E-Scooter aufladen: Was kostet eine Akkuladung wirklich?
Ein paar Cent pro Ladung, ein paar Euro im Jahr: Wir rechnen anhand gängiger Modelle vor, was ein E-Scooter beim Laden wirklich verbraucht, was Ladeverluste dabei ausmachen und wie du den genauen Verbrauch deines eigenen Scooters misst.
Ob geliehen oder im eigenen Besitz: E-Scooter gehören inzwischen zum Stadtbild dazu. Die meisten Nutzer wissen aber nicht, was eine Akkuladung tatsächlich kostet. Ist es eher ein Cent-Betrag, oder kommt da im Jahr eine spürbare Summe zusammen?
Die Rechnung ist einfach: Kapazität mal Strompreis
Um die Ladekosten zu berechnen, braucht es nur zwei Werte: die Akkukapazität in Kilowattstunden und den eigenen Strompreis pro Kilowattstunde. E-Scooter-Akkus reichen von winzigen 0,05 kWh bei den einfachsten Modellen bis zu 1 kWh in der Luxusklasse. Gebräuchlich sind Kapazitäten zwischen 0,3 und 0,55 kWh, je nach Reichweite und Modell. Beim Strompreis kann man aktuell mit etwa 36 bis 43 Cent pro kWh rechnen, je nach Tarif und Wohnort.
Drei gängige Modelle im Vergleich
Anhand von drei verbreiteten E-Scootern mit Straßenzulassung lässt sich das gut zeigen. Alle Rechnungen berücksichtigen bereits, dass Ladegeräte nicht zu 100 Prozent effizient arbeiten, moderne Modelle schaffen etwa 90 Prozent Wirkungsgrad.
Xiaomi 4 Pro E-Scooter, Akku mit 446 Wh: rund 0,21 Euro pro Ladung. Segway-Ninebot Max G30D II, Akku mit 551 Wh: rund 0,26 Euro pro Ladung. Xiaomi Mi Pro 2 E-Scooter, Akku mit 474 Wh: rund 0,23 Euro pro Ladung.
Was das übers Jahr bedeutet
Bei zweimaligem Laden pro Woche kommen bei diesen Modellen etwa 22 bis 27 Euro im Jahr zusammen. Wer den Scooter fast täglich nutzt und fünfmal pro Woche lädt, landet bei etwa 55 bis 68 Euro im Jahr. Selbst im intensiven Alltagseinsatz bleibt das auf einem Niveau, das eher an ein paar Tassen Kaffee im Monat erinnert als an eine spürbare Belastung fürs Budget.
Alltagstauglicher E-Scooter mit deutscher Straßenzulassung, bis zu 55 km Reichweite, Federung vorne und hinten sowie 10-Zoll-Reifen für komfortable Stadtfahrten.Segway-Ninebot E3 Pro D
Ladeverluste sind schon eingerechnet, aber leicht zu unterschätzen
Akku und Ladegerät erwärmen sich beim Laden, dabei geht immer etwas Energie verloren. Realistisch kommen nur etwa 80 bis 90 Prozent der aufgewendeten Energie tatsächlich in der Batterie an. Wer nur mit der reinen Akkukapazität rechnet, unterschätzt die echten Kosten daher um 10 bis 25 Prozent, je nach Ladegerät.
Akku und Ladedauer: was sonst noch wichtig ist
Eine vollständige Ladung dauert je nach Modell zwischen zwei und acht Stunden, ein Schnellladegerät kann das etwa halbieren. Geladen wird am besten bei Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad, an jeder normalen Steckdose, ein spezieller Anschluss ist nicht nötig. Für die Lebensdauer des Akkus lohnt es sich außerdem, ihn möglichst zwischen 30 und 70 Prozent Ladestand zu halten und weder ganz leer noch dauerhaft voll zu lagern.
Was die Zahlen oben nicht zeigen können
Alle Werte oben basieren auf gängigen Modellen und Durchschnittswerten. Dein eigener E-Scooter kann eine größere oder kleinere Batterie haben, dein Ladegerät kann effizienter oder schlechter sein als der Durchschnitt, und dein tatsächliches Ladeverhalten weicht wahrscheinlich von zwei- oder fünfmal pro Woche ab.
Mit einer smarten Steckdose lässt sich der tatsächliche Verbrauch deines E-Scooters in wenigen Ladungen genau messen, statt mit Durchschnittswerten zu rechnen. Trage die Werte in StromSpion ein und sieh sofort, wie viel dich das Laden wirklich kostet und wie sich das im Vergleich zu deinen anderen Geräten einordnet.
Fazit
Egal ob Einsteigermodell oder Premium-Scooter mit großem Akku: Das Laden eines E-Scooters gehört zu den günstigsten Posten im Haushalt. Selbst bei täglicher Nutzung bleiben die Jahreskosten im niedrigen zweistelligen Bereich. Wer es genau wissen will, statt mit Durchschnittswerten zu rechnen, misst den eigenen Scooter am besten selbst nach.
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